Schlagzeug-Kaufratgeber

Vor dem Kauf des ersten Schlagzeugs stellt man sich möglicherweise viele Fragen, wie etwa:
… wie viel Geld lohnt es sich als Einsteiger auszugeben?
… ist es nötig sich neuwertige Drums zu holen?
… muss es gleich ein selbst zusammengestelltes Kit sein, oder reicht ein Komplett-Set?
… worauf kommt es am Anfang denn nun am meisten an?
… und wie heißen die ganzen Bestandteile von einem DrumSet eigentlich?
Auf dieser Seite findest Du Tipps, um die ersten wichtigen Fragen zu klären. Infos die noch mehr ins Detail gehen und speziellere Themen gibt es auf den verschiedenen Unterseiten von unserem Schlagzeug-Ratgeber.

Selber antesten & gebrauchte DrumSets

Du musst nicht die “Katze im Sack” kaufen. Teste verschiedene Drumsets zum Vergleich in einem Laden aus. Gerade die vor allem für den Preis bestimmenden Unterschiede bei der Hardware bzgl. Stabilität der Ständer und Schrauben werden erst von der Nähe oder beim “Anfassen” klar.
Kaufe aber fairerweise immer da, wo Du Dich ausgiebig beraten lassen oder ausprobiert hast. Die Preise sind oft ähnlich, Angebote zumindest zu erfragen.

Abgesehen von der Überlegung, wieviel Geld du für dein neues Schlagzeug überhaupt ausgeben kannst und möchtest, solltest du hier in Erfahrung bringen, was überhaupt nötig und sinnvoll ist.
Wenn man noch unschlüssig ist, ob man überhaupt beim Schlagzeug bleiben wird, gibt es vielleicht die Möglichkeit eines zu leihen. Möglicherweise gibt es in der Nachbarschaft oder im Verwandten- und Bekanntenkreis jemanden, der eines hat, aber so gut wie nie mehr spielt. Im Gegenzug kann man ja ein neues Trommelfell spendieren oder so.
Dann kommt natürlich oft der Gedanke, bei einem gebrauchten Schlagzeug mehr Gegenwert zu bekommen. Das ist grundsätzlich natürlich nicht falsch. Durchaus lassen sich immer wieder mal Schnäppchen machen, z.B. via Kleinanzeigen (z. B. online kleinanzeigen.de oder quoka.de) und nicht zu vergessen ist auch der Wiederverkaufswert dabei bei guter Behandlung und Wartung. Aber generell ist es sehr schwierig, die Relationen zum Neuwert zu beurteilen oder die unterschiedlichen Mängel und Verschleißerscheinungen aus der „Ferne“ zu erkennen, um nicht teuer Einzelteile nachkaufen bzw. ersetzen oder reparieren zu müssen.
Bei Kindern sollte zudem das Schlagzeug nicht zu große Trommelgrößen haben. Was nützt ein guter Kauf, wenn die Bass-Trommel so groß ist wie das Kind oder das Schlagzeug nicht zur Bandstilistik oder in den Raum passt etc.!?
Macht Euch hier im Folgenden ein Bild, was überhaupt nötig und üblich ist und neu oft nicht wesentlich mehr kostet. Zumindest weiß man bei einem Neukauf meistens auch was man für sein Geld erhält. Nicht zu vergessen ist auch die Garantie.

Setgröße, Trommelgrößen

Gebräuchliche Begriffe für angebotene Set-Konfigurationen mit jeweils einer 14“-Snare, Komplettbeckensätze mit sehr gutem Preis/Leistungsverhältnis, auch oft im Bundle mit Rabatt erhältlich:

  • Junior/Jungle/Breakbeat/HipGig jr.: 16“, 8“, 10“, 13“ (12“ Snare)
  • Combo/Jazz/BeBop: 18“, (10″),12“,14
  • Studio-Set: 20“, 10“, 12“, 14“
  • Fusion-Set: 22“, 10“, 12“, 14“ (oder 16″)
  • Standard-Set: 22“, 12“, 13“, 16“
  • Shell-Set: (Kessel-Satz), nur Trommeln evtl. mit Tom-Halter, aber ohne Stative und Pedalen, die somit besser selbst kombiniert werden können

Becken – Kosten – Qualität

Aus professioneller Sichtweise sollte man für die Becken genauso viel investieren wie für den Trommelsatz. Wenn bei Einsteigersets gerade bis 200 €uro schon Becken dabei sind, sind diese auf professioneller Sicht klanglich eigentlich gar nicht als „richtige“ Becken einzuordnen – zu blechern scheppernd und geräuschhaft ist der Klang. Da sie etwa nur 5%-20% des Gesamtpreises ausmachen sind sie also durchaus billig. Dennoch kann man damit erst mal anfangen (auch ich habe erst mit billigen Becken gelernt). Becken bekommen vor allem dann Bedeutung, wenn man anfängt in einer Band zu spielen. Also sobald der Anspruch steigt, sollte man sich bessere Becken zulegen und hat in den ersten Becken auch keine Fehlinvestition gemacht und kann diese vielleicht sogar noch für ein wenig Geld verkaufen oder was daraus basteln. Abgesehen davon ist die Haltbarkeit von so günstigen Becken ohnehin nicht die Größte.
Becken sind immer am günstigsten im kompletten Beckenset

Drummer-Sitz / Hocker

Am Sitz für ein Instrument sollte man nicht sparen; ironischer Weise darf ein eher Dekostuhl fürs Schlafzimmer bei vielen ruhig einiges kosten, jedoch bei einem Schlagzeugsitz scheint oftmals keine Notwendigkeit mehr Geld als das allerbilligste zu nehmen. Oder es wird einfach ein Hocker genommen, den man gerade übrig hat (was unter Umständen ja durchaus passen kannen, jedoch selten optimal).
Der Rücken wird beim Spielen beansprucht und bei der Gesundheit sollte doch eigentlich nicht bei solch vgl. relativ geringen Beträgen gespaart werden. Ein Sitz sollte die richtige Höhe ermöglichen, nicht ungünstig wackeln!
Benutzen z.B. innerhalb einer Familie viele einen Sitz und müssen immer wieder die Höhe ändern, empfielt sich anstatt des umständlichen Höhenverstellens von üblichen Sitzen das schnelle Hydrauliksystem, welches es auch für richtige Drummer-Sitze gibt, z.B.: gibraltar_9608hm_drummer_sitz_hydraulik
Dieser ist leider für Kinder zu hoch, aber hierfür kann auch nachträglich eine Lehne gekauft werden:
gibraltar_gbr_back_rest_for_9608hmos.htm

Ergonomische Sitzalternative für Erwachsene: mey_chair_a8_m_kl

Sitze für Kinder oder „Kleine“ siehe >hier<.

Wenn Geld nicht wirklich eine Rolle spielt oder mehr Budget vorhanden ist, bekommt man natürlich für mehr Geld auch noch besseres Equipment. Dann wird es eh komplexer, da sowieso kein Komplettset gekauft wird, sondern als Basis ein hochwertiger Kesselsatz. Ansonsten halte ich richtig viel Geld auszugeben für Anfänger, insbesondere bei Kindern, nicht für notwendig. Dann besser mehr Geld in Zubehör, Lernmaterial und Unterricht investieren!

Eine umfangreiche Kaufberatung findest Du auch im Thomann Online-Ratgeber.

Fazit

Entscheidend sollten nicht Markennamen sein, sondern all die anderen Faktoren. Der Klang ist bis 1000€ ohnehin nur bei den Becken ernsthaft ein Kriterium, nicht bei den Trommeln und bei einer “Luftsäulen”-Klangerzeugung die Klangeigenschaften wesentlich Holzarten zuzusprechen liegt sowieso eher in esoterischen Bereich bzw. wird fürs Marketing gern benutzt. Bei den günstigesten Angeboten (umfangreiche Komplettangebote unter 200-250 €uro) ist nunmal eigentlich die fast immer “schrottige” Hardware auf Dauer der “Haken”.
Ab einem Budget für ein komplettes Schlagzeug ab ca. 1000 €uro handelt es sich nicht mehr um typische billige Einsteiger-Sets. Es werden die Möglichkeiten vielfältig und es kann immer mehr auf persönliche Bedürfnisse, wie bestimmte Anforderungen in Bands und Stilistiken, eingegangen werden. Daher können keine allgemeinen sinnvollen Empfehlungen mehr gegeben werden, bzw. haltet Euch an die Budgetierungs-Faustregel: 1/3 Kesselsatz, 1/3 Becken, 1/3 Hardware (dabei möglichst gute Pedale).
Ansonsten kann Dir neben dem Verkäufer (D)ein Lehrer bestimmt letztlich bei der Kaufentscheidung helfen.