Master Keyboards

Master Keyboards sind eine portable Lösung, und sowohl für Einsteiger interessant, die gerne ein bisschen tüfteln, als auch für Profis, die eine Ergänzung für ihr Studio suchen. Das kennzeichnende Merkmal von Master Keyboards ist, dass sie lediglich aus einer Tastatur mit MIDI-Anschluss und gegebenenfalls zusätzlichen Kontroll-Elementen (etwa Knöpfen oder Drehreglern) bestehen. Sie besitzen weder eine eigene interne Klangerzeugung, noch haben sie Lautsprecher. Sie sind primär dazu gedacht mit einem Computer verbunden zu werden, auf dem sie dann Software-Instrumente ansteuern. Daraus ergeben sich gleich zwei Vorteile: Sie sind sehr leicht und man hat selber die Kontrolle darüber, welche Sounds man in Kombination mit ihnen verwendet; man bezahlt also nicht wie bei anderen Keyboards für Lautsprecher oder interne Sounds mit, die einem eventuell weniger zusagen. Bei Master Keyboards geht es um die Tastatur selbst. Zu den Punkten Tastatur und Controller finden sich auf dieser Seite genauere Beschreibungen, sowie Tipps für Einsteiger, und weiter unten ein Überblick über Preiskategorien und was man in diesen jeweils erwarten kann. Außerdem gibt es noch eine gesonderte Seite zu Software-Instrumenten.

Tastatur und Kontroll-Elemente

Master Keyboards kommen in alle Größen daher. Es gibt sie bereits im Mini-Format mit lediglich 25 Tasten, aber auch 61 Tasten wie bei einem typischen Home Keyboard sind durchaus üblich. Auch die Art der Tasten ist bei der Mehrzahl der Modelle mit der von Home Keyboards identisch – es handelt sich um leichtgängige Plastiktasten, die den Widerstand beim Drücken durch eine Feder erzeugen. Im Unterschied zu den bereits relativ portablen Home Keyboards sind Master Keyboards in der Regel sogar noch wesentlich leichter, da sie auf Lautsprecher und Klangprozessor verzichten; außerdem sind sie dadurch auch extrem kompakt und können zum Transport leicht unter den Arm geklemmt werden – kleinere Varianten passen sogar in einen Rucksack.

Modelle mit mehr als 61 Tasten sind auch zu bekommen. Verschiedene Abstufungen bis zu 88 Tasten (selbe Anzahl wie bei einem Klavier) sind erhältlich. Unter diesen breiteren Keyboards gibt es zudem auch noch welche mit leicht-gewichteten bis voll-gewichteten Tasten, um dem Gefühl einer akustischen Klaviertastatur näher zu kommen.

Ein Großteil der Master Keyboards verfügt über zusätzliche Controller, meistens wenigstens ein Pitchbend- und ein Modulation-Rad, mit denen die Tonhöhe stufenlos gezogen und Effekte reguliert werden können. Für reine Pianisten ist das weniger interessant, aber z.B. zur Aufnahme von eigenen Songs oder beim Spielen von Software-Synthesizern bietet es zusätzliche Ausdrucksmöglichkeiten. Master Keyboards im gehobenen Preissegment bieten zudem oft anstelle von mehr Tasten dann mehr zusätzliche Kontroll-Elemente wie Drehregler, Zugregler und Knöpfe.

Tipps für Einsteiger

Technische Grundbedingungen

Für den Betrieb eines Master-Keyboards ist eine entsprechende Peripherie an Geräten Voraussetzung. Hier gibt es drei Szenarien: 1.) die Verbindung mit einem Computer, 2.) die Verbindung mit einem Mobilgerät (z.B. einem iPad) und 3.) die Verbindung mit einem anderen, bereits vorhandenen Keyboard (letzteres ist für Neueinsteiger vermutlich weniger interessant).
In jedem dieser Fälle sollte man mindestens Kopfhörer besitzen, um den Sound ausgeben zu können; viele Leute haben aber heutzutage ohnehin Zuhause bereits eine Musikanlage bzw. Bluetooth-Lautsprecher stehen (Achtung bei letzteren: nicht alle Funk-Lautsprecher ermöglichen eine verzögerungsfreie Soundwiedergabe!).
Bei der Benutzung mit einem Computer sollte vorab geklärt werden, ob dieser leistungsfähig genug ist um die gewünschten virtuellen Instrumente verzögerungsfrei laufen zu lassen. Oftmals kann man dazu auch vor einem Kauf schon Tests mit herunterladbaren Demoversionen machen. Mehr dazu auf der Seite zu den Software-Instrumenten.
Tablets haben den Vorteil, dass entsprechende Instrumenten-Apps bereits gut auf das System zurechtgeschnitten sind, und man sich um Kompatibilität wenig Sorgen machen muss. Das gilt zumindest für iOS-Geräte; unter Android ist die Lage leider bisher noch etwas unklarer, gerade was Performance und Benutzerfreundlichkeit angeht. Ein Hinweis noch: manche Keyboards beziehen ihren Strom ausschließlich über USB – diese können eventuell nicht ohne Probleme mit einem Mobilgerät verbunden werden. In Punkto Transportierbarkeit ist die Kombi Masterkeyboard+Tablet natürlich unschlagbar, auch gegenüber Laptops. Allerdings ist die Auswahl an Software-Instrumenten auf einem Computer wesentlich größer, und aufgrund der höheren Leistung ist auch dort die Klangerzeugung tendenziell noch hochwertiger.

Kosten-Nutzen im Vergleich zu Home Keyboards

Die Preise bei Software-Instrumenten sind weit gefächert; für manche kann man mehrere hundert Euro ausgeben; es gibt jedoch spezialisierte und hochwertige Instrumente bereits weit unterhalb der 100€-Grenze zu haben. So landet man etwa mit der Einsteiger-Kombi Nektar SE61 (Master Keyboard) und Waves Grand Rhapsody Piano (Software-Instrument) bei knapp 130€. Ein Home Keyboard für ungefähr den gleichen Gesamtpreis bekommt man z.B. mit dem Startone MK-300. Dieses hat zwar bereits eingebaute Lautsprecher; aber die Qualität der internen Sounds liegt weit unter dem, was selbst ein günstiger Software-Sampler wie das Grand Rhapsody Piano bietet.

Keyboard-Größen und Preise

Bis 61 Tasten (bis 200€)

Master Keyboards welche die auch bei Home Keyboards üblichen 61 Tasten besitzen gibt es bereits für unter 100€, wie z.B. das oben genannte Nektar SE61. Es benötigt keine eigene Stromversorgung – diese geschieht über die USB-Verbindung zum Computer. Achtung für diejenigen, die ihr Masterkeyboard an ein Tablet anschließen wollen: das SE61 hat keine alternative Art der Stromversorgung und kann daher eventuell nicht ohne weiteres zusammen mit einem Tablet betrieben werden. Es besitzt Pitchbend- und Modulationsrad, sowie einen Pedalanschluss. Letzterer ist z.B. bei Home Keyboards im selben Preissegment meistens nicht enthalten.
Die M-Audio Keystation 61 MK3 besitzt die Möglichkeit einer externen Stromversorgung, liegt preislich dann aber schon über 100€. Außerdem wird beim Kauf bereits ein Software-Paket mitgeliefert, dass ein ganz passables virtuelles Piano enthält.

Wer besonders sparen möchte, der kann auch ein Keyboard in Erwägung ziehen, das weniger als 61 Tasten hat. Allerdings sind die Preisunterschiede hier gering, und man sollte sich fragen ob man für 20€ mehr oder weniger auf eine ganze Oktave verzichten möchte.

Bis zu 88 Tasten (ab 200€)

Umgekehrt gibt es auch unter den Master Keyboards solche, die bis zu 88 Tasten haben. Günstige halb-gewichtete Varianten gibt es schon knapp über 200€, wie z.B. das Midiplus X-8 II.
Wer auf mehr Klavierfeeling setzt und mehr Gewicht haben möchte, der bekommt ab der Spanne zwischen 300-400€ höherwertige Hammermechaniken. Zu den günstigeren zählt hier das Studiologic SL88 Studio. Dieses besitzt außerdem noch drei Joysticks als erweiterte Kontroll-Elemente.
Hier muss zu erwähnt werden, dass man in der Kategorie Digitalpianos bereits zu günstigeren Preisen eine Hammermechanik bekommen kann (Thomann DP-26), und dass ein Digitalpiano per USB-Anschluss auf dieselbe Weise verwendet werden kann wie ein Master Keyboard. Jedoch ist das SL88 Studio ein spezialisiertes Instrument, und nicht nur hat es erweiterte Kontroll-Elemente; man darf bei dem Preis auch eine hochwertigere Tastatur-Mechanik erwarten. Letzten Endes ist es in dieser Preiskategorie vor jedem Kauf wichtig, Tastaturen (wenn möglich direkt) zu vergleichen und abzuwägen, wie wichtig einem Preis bzw. Spielgefühl sind – und ob man noch auf ein Master Keyboard setzten will, oder ob man für alle Fälle doch lieber ein Digital- oder Stage Piano haben möchte, dass auch eigenständig funktionieren kann.